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Children of Blood and Bone - Goldener Zorn - Tomi Adeyemi

 

Sie töteten meine Mutter.

Sie raubten uns die Magie.

Sie zwangen uns in den Staub.

Jetzt erheben wir uns.

 

Zélies Welt war einst voller Magie. Flammentänzer spielten mit dem Feuer, Geistwandler schufen schillernde Träume, und Seelenfänger wie Zélies Mutter wachten über Leben und Tod. Bis zu der Nacht, als ihre Kräfte versiegten und der machthungrige König von Orïsha jeden einzelnen Magier töten ließ. Die Blutnacht beraubte Zélie ihrer Mutter und nahm einem ganzen Volk die Hoffnung.

 

Jetzt hat Zélie eine einzige Chance, die Magie nach Orïsha zurückzuholen. Ihre Mission führt sie über dunkle Pfade, wo rachedurstige Geister lauern, und durch glühende Wüsten, die ihr alles abverlangen. Dabei muss sie ihren Feinden immer einen Schritt voraus sein. Besonders dem Kronprinzen, der mit allen Mitteln verhindern will, dass die Magie je wieder zurückkehrt …

 

Klappentext & Cover © FJB Verlag

 

 

 

 

Autor: Tomi Adeyemi

Erscheinungsdatum: 27.06.2018

Seitenanzahl: 624 Seiten

Verlag: FJB Verlag

Gebundene Ausgabe (ISBN: 978-3841440297): 18,99 €

E-Book: 14,99 €

 

 

 

Es ist ziemlich schwer eine Rezension für eine fiktive Geschichte zu verfassen, die so viel grausame Wahrheit enthält. Allein für diesen Umstand; dafür, dass allzu reale Ungerechtigkeit eine Bühne bekommt, auf der sie wahrgenommen wird, verdient dieses Buch ein großes Lob. Weil es aber dennoch eine fiktive Geschichte ist, versuche ich sie unter diesem Gesichtspunkt zu betrachten und zu bewerten.

 

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht dreier Charaktere erzählt:

 

ZÉLIE, das eigensinnige, charakterstarke Mädchen, das mitangesehen hat, wie ihre Mutter ´zum Wohl und Schutz des Königsreichs` brutal ermordet wurde und fortan um das eigene Überleben und das ihres Bruders und gebrochenen Vaters kämpfen muss.

 

AMARI, die Tochter des Königs, die ihrem goldenen Käfig entflieht und erkennt, wie fest die Hand ihres Vaters tatsächlich ´zudrückt`.

 

INAN, Sohn des Königs, seinem Vater ergeben, jedoch mehr aus Angst denn aus Treue und Liebe.

 

Eine zufällige und doch schicksalshafte Begegnung bringt Zélie, Amari und ein besonderes Artefakt zusammen. Dadurch passiert, was jede Made, wie die Maji abfällig genannt werden, vermeidet: die Aufmerksamkeit des Königs zu erregen. Flucht ist der einzige Ausweg. Die Königswache samt Heerführer Inan im Nacken, die Hoffnung auf die Wiederbelebung der Magie im Herzen, machen sich Zélie, ihr Bruder Tzain und Amari auf den Weg, um ihre große – von den Göttern gegebene – Aufgabe zu erfüllen, ehe es zu spät ist. Jeder der drei hat sein Päckchen zu tragen; jeder ist auf andere Art gebrochen und gibt sich dennoch nicht geschlagen. 

 

Loyalität wird in Frage gestellt; Mut muss gefunden und Hass überwunden werden. Es gilt, Kraft in sich zu finden und über sich selbst hinauszuwachsen; sich von seiner Familie zu lösen, weil Blut nicht immer das ist, was zählt. Obwohl beide Königskinder die gleiche Kindheit durchlebt haben, entscheiden sie sich für unterschiedliche Wege, die sich dennoch überlappen und schlussendlich erneut eine Entscheidung für eine Seite fordern.

 

Obwohl die Geschichte nicht lange braucht, um in die Handlung einzusteigen, hat es eine Weile gedauert, ehe ich von ihr ´angefixt` und gefangen war. Mehrmals musste ich mich zum Weiterlesen antreiben – die Neugierde nahm erst ab ca. der Hälfte das Ruder in die Hand. Dies ist definitiv keine leichte Lektüre, sondern eine Geschichte mit hohem Maß an Gewalt, Leid und Ungerechtigkeit. Trotz dessen ist es mir nicht gelungen, mich in die Charaktere einzufühlen/mit ihnen zu fühlen. Möglich, dass ich mich unterbewusst abgeschottet habe. Wie gesagt: Kein leichter Tobak; es bricht einem regelrecht das Herz. Ein weiterer Kritikpunkt ist der sprachliche Ausdruck. Mir persönlich ist er etwas zu einfach gestrickt. Gemessen an der magischen Grundidee, hätte ich mir hier auch etwas mehr ´Magie` gewünscht.

 

Was die Magie innerhalb der Romanwelt angeht: man erfährt nach und nach mehr über die verschiedenen Arten; erlebt, wie die Magie - in Zélie, anderen Maji und jenen, die niemals damit gerechnet hätten - an Kraft gewinnt; welche Gottheiten über welche Macht herrschen. Das ist definitiv etwas, dass man nicht in jedem dritten Buch findet und dem Leser eine interessante, neue Mythologie nahebringt. Gleiches gilt für die Protagonisten. Ihre Kultur und ihr Aussehen sind ein Alleinstellungsmerkmal, dass mir persönlich vor Augen geführt hat, dass es zu wenige dunkelhäutige/andersrassige Protagonisten gibt (oder aber, ich habe sie noch nicht entdeckt/greife zu den falschen Büchern).

 

Mehr Toleranz für Andersartigkeit; mehr Achtsamkeit für Ungerechtigkeit; im richtigen Moment das richtige tun, auch wenn es alles andere als leicht ist – das ist zweifelsohne die Botschaft dieses Romans. In Hinblick auf die Aktualität und Bedeutung dieser ´Tugenden` leistet der Roman einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag. In Hinsicht auf die fiktive Story, die sich darum webt, kann ich leider nicht die volle Begeisterung an den Tag legen, da ich anfangs nur schleppend vorangekommen bin und mit den Charakteren nicht ganz warm geworden bin. Die Botschaft, sich nicht in die Knie zwingen zu lassen, schwingt jedoch nach wie vor in mir nach.

 

 

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