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Elfenkrone (Teil 1) - Holly Black

 

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Vielen Dank an den cbj Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

 

Sie sind schön wie das Feuer und gnadenlos wie Schwerter – bis ein Mädchen ihnen Einhalt gebietet ...

 

»Natürlich möchte ich wie sie sein. Sie sind unsterblich. Cardan ist der Schönste von allen. Und ich hasse ihn mehr als den Rest. Ich hasse ihn so sehr, dass ich manchmal kaum Luft bekomme, wenn ich ihn ansehe…« Jude ist sieben, als ihre Eltern ermordet werden und sie gemeinsam mit ihren Schwestern an den Hof des Elfenkönigs verschleppt wird. Zehn Jahre später hat Jude nur ein Ziel vor Augen: dazuzugehören, um jeden Preis. Doch die meisten Elfen verachten Sterbliche wie sie. Ihr erbittertster Widersacher: Prinz Cardan, der jüngste und unberechenbarste Sohn des Elfenkönigs. Doch gerade ihm muss Jude die Stirn bieten, wenn sie am Hof überleben will…«

 

 

Klappentext © cbj Verlag

 

 

Autor: Holly Black

Erscheinungsdatum: 19. November 2018

Seitenanzahl: 448 Seiten

Verlag: cbj

Gebundene Ausgabe (ISBN: 978-3570165263): 18,00 €

E-Book: 11,99 €

 

 

 

WELTENAUFBAU / STORY

 

Ist alles so, wie es auf den ersten Blick scheint? - Ja und nein.

  • Elfen, auch bekannt als „das kleine Volk“, sind listige Geschöpfe, die Menschen in die Irre führen, mit verzaubertem Essen verhexen und in unvorteilhafte Abkommen verstricken - so der Volksmund
  • Elfen sind gut im Spielchen spielen, auch wenn sie nicht lügen können
  • Elfen sind Drama-Queens

 

Holly Black hat gute Recherchearbeit geleistet - dieses Gefühl hat man, wenn man das Elfenreich betrachtet, das sie geschaffen hat. Mit Raffinesse verknüpft sie vertraute Elemente aus Legenden mit ihren ganz persönlichen Elfenwahrheiten.

 

Freut euch, nebst Elfen, auf Pixies, Rotkappen, Gnome, Nixen und viele mehr; trefft auf Schönheit, Gewalt, Magie, Flüche, Gifte, Geheimnisse und Intrigen und seid gewarnt: der Tod nimmt möglicherweise den ein oder anderen Elfenreichbewohner mit sich.

 

Von der Story will ich gar nicht zu viel verraten - lasst euch einfach mitreißen! Manches mögt ihr vielleicht erahnen, anderes wird euch zweifelsohne überraschen. Und nicht nur euch: Der ein oder andere Protagonist wird auch sein blaues Wunder erleben ;-)

 

Denn das oberste Gebot im Elfenreich lautet: Nichts ist, wie es auf den ersten Blick erscheint.

 

 

CHARAKTERE

 

Der Klappentext lässt drauf schließen, dass der Leser seine Hauptcharaktere in Jude und Cardan findet. Auf Jude trifft das zu 100% zu, zumal der Roman aus ihrer Sicht geschrieben ist; bei Cardan kann ich dem nicht ganz zustimmen. Hintergründig ist er stets präsent, doch bekommt man weniger von ihm als man vermuten würde. Dafür gibt es eine ganze Handvoll anderer Charaktere, die die Story stützen und schmücken. Der Prinzensohn hat beispielsweise einen engen Freundeskreis, die Königsfamilie zählt einige Mitglieder und dann ist da natürlich noch Judes Familie.

 

 

"Ich finde es schön, wenn etwas los ist, wenn sich Geschichten abspielen. Und wenn ich keine Geschichte finde, die mir gut gefällt, setze ich eben selbst eine in Szene."
Locke auf Seite 197

 

 

Für alle Charakter gilt: Jeder hat seine Rolle und Bedeutung und, wie sollte es anders sein: Jeder hat seine ganz eigenen Absichten, die er natürlich nicht zu lüften gedenkt. Nicht mal Judes Zwillingsschwester packt all ihre Karten auf den Tisch. Es gibt demnach viel Raum zum Rätseln und Mutmaßen. 

 

Jude und Cardan, wenn wir trotzdem bei diesen beiden bleiben, sind Charaktere, die ich vom Typ her eher als schwierig (Jude) und unsympathisch (Cardan) bezeichnen würde. Seltsamerweise tut das dem Lesefluss-/Vergnügen keinen Abbruch. Cardans Wesen sorgt für die nötige Würze (er vertritt zweifelsohne den Bad Boy bzw. Bad Elf ;-)) und was Jude angeht: Sie ist weder die typische Hauptprotagonistin noch die vorbildliche Heldinnenfigur. Ich kann selbst nach Ende des Buches nicht sagen, ob ich sie mag oder nicht. Irgendwie trifft beides zu. Sie ist interessant und anders, was mir ohne Frage imponiert. Dass sie weiß, wie man ein Schwert schwingt und - trotz Angst - nicht die Knie beugt, spricht auch für sie. Ich glaube, das ist noch eine Menge in ihr versteckt, was in den Folgebänden ans Licht kommt.

 

Nähere Detailaufnahmen dürfte es auch bei Cardan geben. Die Autorin hat ihn überaus schlau geschrieben bzw. präsentiert. Das anfangs von ihm gezeichnete Bild wird im Lauf der Geschichte bestätigt und verworfen, bis man nicht mehr recht weiß, was man von dem jungen Elfenprinz halten soll. Mehr von ihm will man auf jeden Fall.

 

 

"Weißt du eigentlich, was ´sterblich` bedeutet? Es bedeutet, geboren werden, um zu sterben. Es bedeutet, man hat den Tod verdient."
Cardan auf Seite 98

 

 

Nachdem zum Ende des Romans alle Karten gemischt und neu ausgeteilt werden, darf man sich sicher sein: Die Fortsetzung wird spannend!

 

 

SPRACHE / SCHREIBSTIL

 

Holly Black bedient sich einer einfachen Sprache, womit sie der Geschichte und vor allem den Charakteren den obersten Stellenwert zuspricht. Obwohl sie nicht mit Adjektiven um sich wirft, malt sie Bilder in den Kopf des Lesers, sodass man sich das Elfenreich und seine Schauplätze bestens vorstellen kann. Man wird Seite um Seite in die Welt hineingezogen und vermag sich nicht wieder daraus zu lösen, weshalb die Seiten nur so dahinfliegen!

 

 

FAZIT

 

Geheimnisse, Intrigen und Macht im unsterblichen Elfenreich, das trotz seiner Schönheit und Anmut überraschend brutal und skrupellos sein kann - darum dreht sich dieser Roman. Mittendrin ein Menschenmädchen, das sich ihren Platz mit Mitteln und Wegen erkämpft, die sie selbst noch nicht einzuschätzen vermag. Die Linien von Gut und Böse laufen ineinander; Schwüre und Lügen werden ausgesprochen und Macht verlagert sich. Wohin all das führt? Ich bin gespannt!

 

Ein gelungener Reihenauftakt, der Neugierde und Vorfreude auf Teil 2 schürt! Bitte schnell Nachschub!

 

 

 

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